Mit Freude verfolge ich seit Samstag die Snooker-WM in Sheffield. Jedes Jahr im Frühling garantiert das spannende Fernsehsportabende. Die WM ist auch mit Abstand das beste Turnier der WSA, da die Distanzen bei der WM dem Sport viel gerechter werden als die Spiele bis 5 bei den anderen Ranglistenturnieren. Die erste Runde ist zwar noch nicht vorbei, doch ich meine schon erste Trends erkennen zu können. Im Snooker tobt derzeit ein Duell zwischen den Generationen. Auf der einen Seite steht die alte Garde um Ronnie O’Sullivan und John Higgins. Die Spieler sind alle um die 30, haben schon diverse Erfolge erzielt und sind jetzt ein wenig ins zweite Glied gerückt. Im Rampenlicht stehen diese Saison eher die jungen Spieler wie Mark Selby, Stephen Maguire und Shaun Murphy, die ungemein konstant die Turniere dieses Jahres geprägt haben. Die Spielweisen der Generationen unterscheiden sich voneinander. Während die Jungen auf jeden Ball gehen, der lochbar erscheint, wirkt das Spiel der älteren Herren gereifter und ruhiger. An guten Tagen schießen Murphy und Co jeden Spieler vom Tisch - an schlechten verlieren sie aber auch gegen jeden. Das Match Ebdon gegen Cope in der ersten Runde war stellvertretend für diesen Kampf der Systeme. Ebdon rang ihn mit seinem ruhigen Spiel schließlich 10:9 nieder, obwohl Cope in der ersten Hälfte des Matches nicht zu stoppen schien. Ich nehme das Spiel einmal als Omen und prophezeie einen Weltmeister aus der alten Garde - O’Sullivan, Higgins, Williams? Vielleicht Ebdon, vielleicht Mark King, der derzeit 8:5 gegen Mark Selby führt? Ich bin gespannt und freue mich auf die nächsten Wochen WM in Sheffield!
Sonntag hatte ich das große Glück, beim Stand von 9:9 in das Finale der China Open zwischen Shaun Murphy und Stephen Maguire zu schalten. Hatte ich also quasi nich viel verpasst, da die Entscheidung über das gesamte Match auf den letzten Bällen fallen musste. Ein passendes Ende für ein Spiel der beiden, die beide eine gute Saison spielen und für die WM in Sheffield sicher zum engen Favoritenkreis gehören. Das Video setzt ein beim Stand von 40:37 für Murphy, und ich dachte noch, bei dem Bild geht nur Ball um Ball… aber was Maguire dann mit der Grünen anstellt… seht selbst!
Heute ist mal wieder einer der selten gewordenen intensiven Eurosport-Tage. Vorhin gabs die China Open im Snooker, wobei ich mich immer wieder nur über den Turnierplan der WSA wundern kann. Die Halle war so gähnend leer, da ist mir etwas schleierhaft, wieso Turniere dorthin vergeben werden. Jetzt gibts dafür Turmspringen aus Eindhoven, da ist schon viel mehr los. Vor allem ein junger Brite hats mir angetan, der erst 13jährige Thomas Daley. Das sieht schon komisch aus, wenn der zwischen diesen ganzen austrainierten Athleten auftaucht. Seine ersten beiden Sprünge waren aber richtig gut, ich hoffe, es geht so weiter. Wer den Jungen kennenlernen möchte, hier ist ein kurzes Portrait!
Muss heute viel arbeiten und verschiebe daher den Bericht über meine Eindrücke aus dem gestrigen Spiel auf heute abend… damit die abertausenden Besucher meines Blogcks aber nicht allzu enttäuscht sind, poste ich schon einmal ein Video und eröffne damit den Beitragsreigen über die nächste Sportart - Snooker! Anbei das Video des schnellsten Maximum Breaks aller Zeiten von Ronnie O’Sullivan. Die fünf Minuten sollte man sich nehmen, um das Spiel einmal auf sich wirken zu lassen…