Zenit tanzt Kasatschok
Tja. Das war ja schon ein eigenartiger Fußballabend gestern. Zunächst hätte ich das Spiel fast verpasst, weil mir nicht bewusst war, dass das Spiel schon so früh angepfiffen wird. Zum Glück liegt Sat 1 bei meiner Programmliste zwischen Eurosport und Pro Sieben, so dass ich beim Werbepausen-Zappen von den Simpsons hin zu Eurosport über UEFA-Cup-Vorberichterstattung bei Sat 1 gestoßen bin. Die Folge wollte ich dann aber schon noch zu Ende gucken und dachte mir, die ersten 10 Minuten wird schon nichts passieren… das war dann der erste Irrtum, denn schon nach vier Minuten, als ich mit meiner Aufmerksamkeit noch in Springfield war, hatte Pogrebnjak das erste Tor geschossen. Nun gut, dachte ich mir, das Tor macht ja nichts, Bayern muss ja eh eins schießen, das wird schon. Das war dann der zweite Fehler, denn spätestens nach dem tollen 2:0 (ich hab selten gesehen, dass ein Hüftschlenker eine ganze Abwehr so versenkt) war klar, dass das hier nicht Getafe ist. Das 3:0 und das 4:0 fielen mit einer spielerischen Leichtigkeit, die mich nachhaltig irritiert - zum einen: wie gut ist die russische Liga schon, wenn der russische Meister, derzeit übrigens ein wenig im Niemandsland der Tabelle, den kommenden deutschen Meister 4:0 aus dem Stadion schießt? Wie gut ist der russische Fußball, wenn eine von jungen Russen getragene Mannschaft so guten Fußball spielt? Geht da was bei der EM?
Die Glasgow Rangers hingegen sollten ganz schnell einen Präsentkorb an Tim Wiese schicken. Das ist schon fragwürdig, dass ein spielerisch so limitiertes Team im Finale steht. Ach, das wird eine schöne Woche - am 14. Mai Zenit gegen die Rangers, die Woche drauf das Spiel der beiden besten Teams Europas - das erste Mal seit langem, seit ein CL-Finale so bezeichnet werden kann. Toll!