Lothar Matthäus und die diplomatischen Beziehungen zu Israel
Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich normalerweise kein Freund von Matthäus-Bashing bin und ich Uli Hoeneß’ Auftritt im Sportstudio ein bißchen übertrieben fand. Sich über Lothar Matthäus lustig zu machen ist einfach viel zu leicht, weil er immer ein bißchen zu viel und ein bißchen zu ehrlich redet. Da kommt dann eben auch viel ans Licht, was vielleicht besser zwischen seinen Ohren geblieben wäre. Grundsympathisch finde ich seine Groundhopper-Mentalität, wobei er sich nicht damit zufrieden gibt, in möglichst vielen Stadien gewesen sein - nein, er möchte in jedem Stadion einmal Trainer der Heimmannschaft gewesen sein! Der Peter Scholl-Latour des Weltfußballs quasi, der sich für kein Land zu schade ist. Ungarischer Nationaltrainer - große Fußballtradition! Partizan Belgrad - der FC Bayern Serbiens! Atletico Paranense - ein Europäer, der in Brasiliens erster Liga trainiert! Das nötigt mir schon Respekt ab, dass er da so rum kommt. Nun also Israel. Dass, was Uli Hoeneß da im Sportstudio ausgesprochen hat, hab ich auch so bei mir gedacht… im Prinzip ist er schon in der Lage, mit der einen oder anderen unbedarften hemdsärmeligen Äußerung für Unfrieden zu sorgen. Aber ein bißchen übers Ziel hinausgeschossen ist der Kollege Hoeneß glaube ich schon, denn am Ende wird es sein wie immer - Matthäus wird nach drei Monaten entlassen, und das wird weniger mit diplomatischen Entgleisungen, sondern vielmehr mit sportlichem Mißerfolg zu tun haben. Ich bin jetzt schon gespannt, was sein nächstes Land sein wird und tippe auf den Sudan. Wer bietet mehr?
April 18, 2008 um 11:38 Uhr vormittags
Hier noch ein paar Insights
http://www.abendzeitung.de/sport/mehr_fussball/21956
wie war das noch mit dem manchmal zu viel sagen?
Über seine Beziehung zu Jürgen Klinsmann schreibe ich bei Gelegenheit mal ein Buch. Das ist wirklich sein ganz großes Trauma…