Knapp am großen Ruhm vorbei

Mein Blick in die Glaskugel kurz vor der CL-Auslosung hat sich ja als etwas trüb erwiesen. Irgendwas bei der Feinjustierung der Kugel hat da nicht gestimmt, und schon gibts ein heilloses Durcheinander. Eine offenbar deutlich bessere Sicht auf die Zukunft hatte ein Kollege, der sich damit ein bißchen Blog-Promo via Spiegel Online erschlichen hat. Der investigative Journalist geht der Sache dann auch gleich auf den Grund. Woher hat der bloggende Nostradamus das nur gewußt? UEFA-Verschwörung? Mossad? Al Qaida? Nichts kann ausgeschlossen werden, außer der Zufall, denn bei einer von Spiegel Online errechneten Wahrscheinlichkeit von 1:105 (Frage an die Mathematiker: kommt mir zu gering vor, stimmt das denn so?), alle vier Partien richtig vorherzusagen, ist das ja ein Ding der Unmöglichkeit. Oder doch nicht? Ich finde eine Wahrscheinlichkeit von einem knappen Prozent ziemlich viel. Wenn sich in der ganzen Blogosphere 200 Leute finden, die solche Prophezeiungsbeiträge verfassen, ist es sogar wahrscheinlich, dass eine korrekte Vorhersage dabei ist. Nicht berauschend, der Artikel… Schade nur, dass es nicht meine Tipps waren, dann wär ich dem Traum von Layer-Ads zur Cabriofinanzierung ein bißchen näher gekommen!

2 Antworten zu “Knapp am großen Ruhm vorbei”

  1. Philipp Lahm sagt:

    Da hier schon nach Mathematikern gefragt wurde, werde ich mal mein Glück probieren.
    Wenn man davon ausgeht, dass acht Mannschaften im Topf sind und man diese auf achte FESTE PLÄTZE verteilen soll (nach denen dann die folgenden Partien bestimmt werden) ergeben sich 8! (das ! heißt natürlich Fakultät) Möglichkeiten der Verteilung:
    Für den ersten Platz 8 Mannschaften, dann ist eine weg und für den zweiten Platz bleiben 7 usw, macht 8 x 7 x 6 x 5 x 4 x 3 x 2 x 1 = 8! = 40320.
    Wenn man aber bedenkt, dass es egal ist ob ManU gegen die Roma spielt, oder der ASR gegen die Devils ran muss, kann man pro Auslosung 16 Varianten (wegen 2^4=16) basteln, die sich im Sinn nicht unterscheiden. Dazu kann man die vier Paarungen ja Permutieren, also gibts 4! (erinnert euch, Fakultät, 1 x 2 x 3 x 4) = 24 Möglichkeiten, die Paarungen zu drehen, wieder ohne wirklich was zu verändern.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Dat macht dann 8! geteilt durch 16 x 4!, also 40320 durch 16×24, also 40320 durch 384. Und das ist, na was wohl, 105.
    War doch nicht so schwer…

  2. blogckm sagt:

    Ich danke sehr für die für mathematisch Begabten sicher erhellenden Ausführungen und entschuldige mich bei Spiegel Online. Wobei ich mich auch zu erinnern glaube, dass da in einer früheren Version des Textes eine andere Zahl stand. Da sag noch einer, Fußballer hätten nix im Kopf - danke Philipp, und gib ruhig zu, wenn Lukas Dir geholfen hat!

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