Götterdämmerung

Roger Federer ist beim ATP-Turnier in Dubai in der ersten Runde ausgeschieden. So langsam mache ich mir Sorgen. Wird der große Federer etwa ein normaler Tennisspieler mit Erstrunden-Niederlagen? Scheitert er vielleicht doch daran, Pete Sampras’ Rekord in Bezug auf Siege bei Grand-Slam-Turnieren zu brechen?

Die Zeichen verdichten sich. Das liegt weniger an ihm als viel mehr an seiner Konkurrenz. Eine Vielzahl extrem talentierter und gieriger Spieler wächst gerade heran, die Federer vom Thron stoßen will. Die Generation um Roddick, Hewitt und Safin hat sich damit abgefunden, bei Turnierauslosungen darauf zu schauen, wann es gegen Federer gehen könnte und dann für den Tag nach dem möglichen Federer-Match vorsorglich den Abflug gebucht. Djokovic und Nadal, mit Abstrichen eben auch jener Andy Murray, der ihn in Dubai besiegt hat, aber ziehen ihre Motivation daraus, dass sie zur gleichen Zeit wie Federer spielen. Sie wollen selbst historisch werden, indem sie den bereits historisch gewordenen Federer niederringen. Die Zeit, als der Schweizer kritische Situationen vor allem durch seine Präsenz und den Respekt seiner Gegner überstand, sind wohl vorbei. Federer muss sich neu erfinden, um sich seiner Herausforderer zu erwehren. Er muss dafür am Limit spielen und Djokovic und Nadal in großen Matches den Zahn ziehen. Paris wäre der beste Ort dafür - der French Open-Titel, dabei im Habfinale gegen Djokovic und im Finale gegen Nadal über 5 - dann ist Sampras’ Rekord bald fällig.

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